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3,95 Euro - das schaezle flippt aus!

10. Jun 2009 Autor: schaezle | Abgelegt in: Brot, täglich, schaezle shoppt, best of

Was soll das eigentlich? Ich habe doch Urlaub, warum sind alle Menschen, die mir begegnen so sack unfreundlich? Gehts noch? Ich bezeichne mich ja grundsätzlich als friedliebenden Meschen, der Höflichkeitsfloskeln aller Manier beherrscht und der, also jetzt mal ehrlich und das nicht nur für eine Frau, definitiv_nicht_leicht reizbar ist.

Was mein Blut aber zum Kochen bringt, sind Menschen, die nicht nur meine Zeit verschwenden, sondern auch noch pampig, laut, inkompetent und seltendoof reagieren. Das z.B. ist ein Grund, weshalb ich Einkaufen hasse. Meiner Therorie nach sitzen die schlimmsten, dümmsten und nervigsten Verkäufer in Getränkemärkten. Um genau zu sein, die sitzen im Getränkemarkt vom Real in Böblingen im Röhrer Weg.

So, nun isses raus.

Ich mag Discounter. Ich mag Discounter, weil ich dort bekomme, was ich erwarte. Die Verkäufer verhalten sich alle einigermaßen gleich, das Sortiment ist beschränkt und die Kunden werden bedient, zack zack. Schön sowas. Für den Rest gibts Märkte, Reformhäuser oder das Internet. Trotzdem. Man muss mindestens einmal im halben Jahr eine leere Bierkiste und ein paar Flaschen in den Getränkemarkt bringen oder sonstwas im Real holen. Dieser Spruch von wegen einmal hin, alles drin, diese Kacke, stimmt ja nicht! Und sowieso hasse ich diesen Laden! Kommen wir zum Punkt, ich wusste einfach, was passieren würde…

Ich betrete mit einer leeren Kiste Bier (Mischung Becks/Zäpfle), zwei Pfandcolaflaschen und einer leeren Redbulldose den Getränkemarkt. Anzahl Kunden inklusive mir: 2. Anzahl Mitarbeiter in Sichtweite: 3. Trotzdem musste ich, als ich mich zur Pfandabgabe anstellte erstmal sehen, wie die Verkäuferin zum Telefon griff und irgendwas quaselte. Nach 5 Min wies ich sie freundlich darauf hin, dass sie Kundschaft hätte, woraufhin sie mich anschrie (!), das Telefonat sei ja wohl auch geschäftlich oder was ich wohl denken würde, ob sie hier privat… ich steckte mir derweil meine iPod-Kopfhörer ins Ohr, zur Beruhigung. Es lief “If I ever feel better“. Mit meinem Pfandzettel ging ich dann hinüber zur Kasse. Dort war die selbe Kundin, die schon vor 10 Min dort stand. Sie hatte ein paar Getränke gekauft und versuchte nun, mit EC Karte zu bezahlen. Ich wollte nur meine 3,95 Euro und stellte mich hinter die Kasse. Die Kassiererin fing an zu schreien, da das EC Cash Gerät wohl nicht funktionierte, brüllte 2 Kolleginnen nieder und uns Kunden an, was das hier wohl für eine Sauerei sei, dass das Ding immer noch nicht repariert sei usw…ich dachte, bitte, lass es vorüber gehen, sah die 2. Kassiererin kommen und steckte mir wieder den iPod ins Ohr, es lief “Sometimes silence“. Nach 3 Minuten Geschrei, wagte ich dann die Frage:”Entschuldingen Sie bitte, aber könnten Sie vielleicht eine weitere Kasse eröffnen.” Dies wurde pampio verneint, ebenso wie die Bitte von der Zahlwilligen Dame, die Kasse zu wechseln. Die Antwort war:”Ich bin an der Kasse hier.” Die Verkäuferin, die mit der anderen herumkeifte, die erbarmte sich unser nicht, setzte nur ihren ich-hab-grad-Feierabend-gemacht-Blick auf und schwänzelte um uns, schrie sich mit der anderen einen ab. Die Kassenschlange wurde länger. Noch mehr Kunden stellen sich an. Dann endlich, die Erlösung, Sie wird eine weitere Kasse aufmachen. Ich gehe also doch in den Markt hinein, laufe einmal um die Kassen herum und stelle mich an die neu geöffnete Kasse, lasse die Dame, die vor mir stand vor. Dort nochmal 5 Minuten warten, kein tut mir leid, kein sorry, einfach nur, “Des dauert immer so lang, da kann ich nix dafür!” in 120 dB(A). Dann, ich bin nach gefühlten 23 Jahren endlich dran kassiert Lady Kassenkompetenz auch noch den Typ hinter mir vorher, weil sie zu doof ist, zu sehen, dass der Kasten Bier definitiv dem Kerl mit dem dazugehörigen Bauch gehört und nicht mir! Gut, noch ein Kunde weiter. Dann endlich ich, 3,95 Euro ohne bitte und danke und ohne Gruß. Servicewüste. Eine Dicke Frau mit dem vollen Wagen hinter mir beschwert sich, ich hätte mich vorgedrängelt (!). Sie konnte wohl nicht sehen, dass ich in der Schlange weit vor ihr stand. Ich hab hier einen Zettel mit 3,95 Euro und Du hast den ganzen Wagen voller Limonade, um noch schlaffer zu werden Du dreckige miese Fettsau denke ich so bei mir, während in meinem iPod “schön dass du da bist” spielt. Dann noch ein Satz von hinter mir, der durch den iPod kaum zu mir durchdringt. dann höre ich …

plöpp

(Das war der Tropfen mit dem Fass, Ihr wisst schon)

Ich drehe mich also um und sage:”Wollen Sie mich hier etwa anpissen? Ich stehe korrekt in der Schlage. Und jetzt halten Sie bessers Maul.” Drauf Sie:”Ich pisse gar nicht! Und überhaupt - ich hole die Polizei!” Ich:”Holen Sie die Polizei doch, lol, und dann holen Sie sich den hier (–>>> Effefinger gezeigt <<<–) und stecken Sie sich den in Ihren Arsch!”

Ich musste über mich selbst lachen, während ich mit dem Kleingeld zum Auto ging. Das alles für 3,95 Euro.^^

So long,

Euer schaezle

P.S.: war heute im Rauthaus, die sind auch nicht freundlicher! Erst telefoniert die Dame ewig mit einem Kerl, der wohl auf Kosten des Staates seine Kinder aus der Türkei einfliegen lassen will und versucht ihm klarzumachen, dass das eine Privatsache sei und er da das Amt nicht anrufen soll und dann versteht sie nichtmal den Scherz, als ich sage, guten Morgen, ich bin hier, weil ich meine Kinder aus der Ukraine einfliegen lassenn möchte… *tztztz*

Kaffeekasse

Erstmal vorweg: dieses Blog versteht sich grundsätlich als unparteiisch und liberal. Von mir aus kann ja jeder machen was er will, so lange er meinen Freiraum in Denken und Handeln dabei respektiert. Daher poste ich hier auch nur begrenzt Einträge zum aktuellen (welt-)politischen Geschehen, zu tagesaktuellen Ereignissen und/oder zu religiösen Dogmen.

So viel Privatheit muss sein.

Oft werde ich gefragt, weshalb ich so viel über mich im Internet veröffentliche. Gerne teile ich mit Euch im Bezug auf die Wahl des richtigen Büstenhalters/Automobils/Lebenspartners und zu anderen, persönlich peinlichen oder sogar den Genitalbereich betreffenden Belangen mein Leben (Epilation in der Bikinizone roqued!). Ich erzähle Euch von meinem Plan künftig fitter zu sein, gesünder zu essen, wies um meine Gartenmöbel bestellt ist, von meinem alter Ego Galia Petrowski und wer gut mitliest, erfährt vielleicht auch die Highlights meines….öööhhh…is ja auch egal. Ich schreibe von meinen Ebayschnäppchen, warum ich niemals heiraten mag und eben, wie alles so ist, im Hirn einer oft auf ihr exzellentes Aussehen reduzierten Blondine.

Selbstverständlich habe ich eine Meinung. (Jeder hat ein Recht auf meine Meinung). Selbstverständlich interessiere ich mich für das aktuelle Geschehen und (in begrenztem Maße) auch für (inter-)nationale Politik und Populismus (Muss ich hier einfach in einem Zug nennen ;-) ).

Zu allen Dingen, die irgendwo ausserhalb meines Penisbereiches (hier: im übertragenen Sinne) passieren, gibt es bessere Blogs. Weshalb dann noch einen Artikel über Twitter, über Obama, über die Gründe weshalb man Studivz doof findet, wie xyz mit diesen und jenen Maschen dings und bums abzockt und weshalb die Italiener eine komplett andere Einstellung zu Ihren politischen Köpfen haben als die Deutschen.

Persönlich finde ich, dass ich recht wenig über mich offenbare, über mein Hirn, mein Weltbild, meine Idealvorstellung von Leben und den Sinn. Sinn steht hier für sich alleine. Wer mich näher kennenlernt wäre vielleicht überrascht (vielleicht auch nicht). Man kann innerhalb weniger Minuten selbes Gesamtkonzept erlangen, welches ich hier von mir abbilde oder aber ein anderes, wenn man mit mir andere Dinge reflektiert. Generell gilt: jeder stellt sich irgendwie irgendwo dar.

Genau das gilt insbesondere auch für Politiker und Parteien. Meinungsbilder anhand von lustigen Plakaten sind nur begrenzt Aushängeschilder für künftige Taten und die Informationsvorenthaltungsstrategie vieler Politiker geht trotz Informationstechnologie, informatinosvorsprung, Informatinosgesellschaft auf. Sind wir schon so gesättigt, dass unsere komplette politische Meinungsbildung, alles, was die äusseren Umstände unseres Lebens bestimmt, abhängig ist von ein paar bunten Bildern?
Früher, da wollte ich die Welt aktiv mitlenken, heute weiß ich, dass der Populismus regiert. Dass man vor der menschlichen Dummheit an sich kapitulieren muss. Man muss sie anerkennen und benutzen. Ich musste vor 15 jahren meinen naiven Idealismus, man könne jeden Menschen aufklären und ihn zu Meinungsbildung und zu realistischem machtpolitischem Subjektivismus erziehen, über Bord werfen. Der Satz an sich ist lustig, spiegelt aber wider, wie ich damals empfand. Paradox, hm? Ich kippte damit Berufswunsch, Weltbild und Lebenseinstellung und ward ein glücklicher Mensch. Die frühere Verbissenheit ist also gewichen, nicht aber die Einstellung zur Notwendigkeit die gegebenen Mittel zu Nutzen.

Bald sind (Europa-)wahlen.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass Ihre Kreuzchen auf den Stimmzetteln zu einer politischen Um- und Neuverteilung, einem totalitären Umbruch in Gesellschaft und (Wirtschatfs-)Kultur führen kann. Das Bewusstsein hierfür ist zwischen DSDS, GNTM und GZSZ irgendwo flöten gegangen. Es existieren in manchen Köpfen nur noch SPD, CDU und FDP…Die Einstellung, wir könnten nichts entscheiden, da die großen Parteien ohnehin machen, was sie wollen. Selten so einen Mist gehört.

Und selbst wenn die Resignation schon weit fortgeschritten ist, selbst dann gibts noch Mittel und Wege zurück zu finden, zu sich selbst. Immerhin können die ganz schweren Fälle ja noch den Wahl-o-mat bemühen, zumindest als einigermaßen zuverlässige Einstiegshilfe.

Jede Wahl ist eine neue Chance. Grade heute bei der Lektüre einiger Wahl- und Wirtschaftsprogrammen ist es mir wieder so bewusst wie selten und ich schließe heute politisch mit einem Satz, den ich mag aus dem Programm der Piratenpartei.

Der Mensch ist kein homo oeconomicus. […]. Die Wirtschaftsordnung muss dieser Situation
angepasst sein. Priorität jeden wirtschaftlichen Handelns hat die Versorgung der Bevölkerung und
die Freiraumschaffung für das Individuum. Dahinter sollte unbedingtes Wirtschaftswachstum oder
übersteigerte Exportorientierung zurücktreten. (Quelle)

Bald wieder oberflächlich,

Euer schaezle

Kaffeekasse

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